Get On Jolly - I Know Where I'm Going
2009 / CDr - AD`022

SFR 12.-

Nur ein Harmonium und wenige Pianonoten begleiten im Opener "Henry My Son" den Gesang von Hari Köchli. Die Einndringlichkeit dieses spartanischen Arrangements ist ohne erkenbaren Rhythmus und Melodie geradezu erdrückend. Später, in Songs wie "Quare Bungle Rye" oder Love is Pleasing" wird der Sound nur etwas voller. Akustikgitarre, Banjo, Percussion oder Orgel übernehmen die Begleitung der Vocals. Dabei entstehen minimale Rhitmen, die auf undefinierbare Weise gefangen nehmen, alle Aufmerksamkeit auf sich fokussieren. Noch bemerkenswerter ist die Schönheit der Melodien, die sich nur im Gesang offenbaren. Das erinnert an die Nonchalance der Tenderstick, die Unaufgeregtheit Leonard Cohens, die Aufrichtigkeit von Billy "Prince" Bonny. Die spröde, leicht nuschelnde Stimme tut ein Übriges. Kein zweifel, die Schweizer Get On Jolly überzeugen auf ihrem zweiten Album "I I Know Where I'm Going" vor allem durch die Intimität in ihren Songs. Wer hätte gedacht, dass im eidgenössischen Underground ein solches Kleinod entstehen kann? 
8/10 Punkte!
ECLIPSED Nr. 121 (Jun. 2010) Bernd Sievers

This album, subtitled Clinkum Clank's Folksongs & Ballads Volume IV, is stylistically and in mood very close to another Acoustic Desaster release by Henry My Son that I recently reviewed. Both bands have some same musicians, so no wonder. Get on Jolly is psych folk band from Switzerland and they combine more traditional folk instruments like banjo, harmonium, violin, accordion and acoustic guitar with electric guitar, bass, electric piano and drums in their playing. For this album the band has composed their own music to old, traditional lyrics and poems and this concept works very well. The same has been done on other Clinkum Clank collective releases as well (for example Henry My Son, Clinkum Clank's Folksongs & Ballads I-III).
This CD-R disc includes 12 tracks and is 46-minute-long in total. The overall vibe is mainly very peaceful, atmospheric and intimate. Hari Köchli sings with emotion and presence and in emotional level he sort of brings to mind Leonard Cohen or Lou Reed although he might not be a top-notch professional singer or anything like that. The dreamy, slow and soulful "Henry My Son" is based on two chords and has just Fender Rhodes, organ and vocals for a long time being an excellent opener. This one has some similar vibes than some of the softer tracks by Spacemen 3 or Spiritualized. Other favorites of mine include for example the melancholic and mellow "The Leaving of Liverpool", the bit more rocking and towards the end also pretty psychedelic "Old Maid in the Garret", the sad, acoustic-driven "The Wild Colonial Boy" and the quite hypnotic, rockier "I Know Where I'm Going". There are some Americana/country vibes especially on the last, banjo-driven, faster and happier track "Nora". I like the singer's quiet, intimate style but he could be a little more versatile in his singing. All in all, this is a very pleasant, mainly peaceful and dreamy album that has some great atmospheres.
PSYCHOTROPIC ZONE (Dez. 2010) Dj AstroDj Astro

Manchmal liegt das Gute ja viel näher als man es sucht. So im heutigen Türchen des Adventskalenders: 'Get on Jolly' um den Bieler Sänger Hari Köchli ist eine der bemerkenswerten Pflanzen des Bieler Untergrunds. Seit Jahren lässt der Sänger und Gitarrenzupfer mich immer wieder aufhorchen. Ob Solo oder mit Bandunterstützung, immer wieder gelingt es ihm, seine ganz eigene Welt von langsamen, melancholischen Songs intensiv zu zelebrieren.
So auch auf dem jüngsten Werk aus seiner Küche: 'I Know Where I'm Going' ist der vierte Teil unter dem Titel 'Folksongs & Ballads'. Unterstützt von den beiden Gitarristen Roger Kurth und Tom Stauffer sowie von drei Fünfteln der Bieler Band 'ad'absurdum' - namentlich Andreas Fivian, Christian Jud und Jonas Zumstein - lädt Hari Köchi in eine zarte und wundersam schöne Landschaft von Songs. Textliche Grundlagen sind alte, traditionelle Gedichte und Songs. Darum baut die sechsköpfige Band sorgsam kleine Sounduniversen, die vor Wärme nur so strahlen. Die Songs sind musikalisch gezeichnet von viel Gitarre und Christian Juds Orgel und Rhodespiano. Für das rhythmische, mal treibende mal schleppende Fundament sorgen Jonas Zumsteins Bass und Andreas Fivians Schlagzeug. Darüber legt sich fein anschmiegend und sorgfältig eingebettet der Gesang von Hari Köchli.
Bemerkenswert ist die Vielfältigkeit der Songs. Mal entstehen ganz sorgsam gebaute Klangskulpturen mit vielen geräuschhaften Details: Soundscapes als Boden für den Text als seien sie von elektronischen Musikern ausgedacht worden. Mal sind es ganz schlichte Arrangements in klassischer Folkmanier. Mal rockts recht erdig los. Mal fühlt man sich in Siebziger-Psychedelic-Rock-Zeiten zurück versetzt. Mal wird's fast poppig und zum Mitsingen. Und am Schluss fährt in guter alter Countrymanier auch noch der Traktor los.
Trotz dieses Facettenreichtums und der Vielseitigkeit ist 'I Know Where I'm Going' nicht einfach eine bunte Sammlung. Die sorgsam gewählte Klanglichkeit und eine gelungene Dramaturgie über die zwölf Songs geben dem Album eine runde, stimmige Form. Eine empfehlenswerte und gelungene Reise in und durch die Klangwelt von Hari Köchli und seinen eigeschworenen Mitmusikern. Eine wunderbare Platte für einen ruhigeren, gemütlichen Winterabend vor dem Feuer.
2500bb - die Plattform(Dez. 2009) r.dürig / c.müller

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