Get On Jolly - Why Was Cupid A Boy
2014 / CD - AD`035 
2014 / Vinyl (inkl. CD) - AD`035
2014 / Digital Download (iTunes, exlibris...) - AD`035

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Reviews:

Get On Jolly are a Swiss 7 piece band, three of whose members are in Ad’Absurdum who also have a new album on the Acoustic Desaster label. The band employ a variety of instrumentation including guitar, bass, drums, piano, harmonium, organ, Rhodes, synthesizer, electronics, xylophone, and vocals. All the lyrics on Why Was Cupid A Boy are by the poet William Blake.
The set opens with the 11 minute Land Of Dreams, which starts off drudgingly stoned, but soon drifts off into droning, pulsating space. A lightly tinkling piano melody join in, soon followed by pensive, lilting vocals. The combination of atmospheric drones, piano and vocals are dreamily haunting, yet also feel like a mesmerizing Psychedelic lullaby. This quality is only enhanced by spacey effects and eventual descent into pure cosmic drone and angelic aura that leads us to the finale. Why Was Cupid A Boy is a wistfully dreamy acoustic song, nicely embellished by harmonium melody and bells. The Smile is a fuller band song with somber Rhodes leading the way. Plus we now we have a female singer, giving the music a kind of drugged Marissa Nadler feel. The Golden Net is next, and after an extended, mournfully atmospheric intro a guitar melody and dual male/female vocals open the song segment. I like the densely fuzzed wall of sound guitars, creating an Acid-Folk feel that incorporates traditional elements. But then the song portion ends and a pitch black cinematic mood building segment begins, dominated by acid-drone guitars and sparse percussion, floating gently but dangerously to the finale and transitioning smoothly into The Grey Monk, which for Get On Jolly is fairly uplifting and soulful, though still dreamily spacey. Finally, Introduction (Songs of Innocence) closes the set on an optimistic note, continuing the spirited mood but also morphing into hypnotic drone.
In summary, this might be one of most melancholy albums I’ve heard this year. Get On Jolly excel at creating a sense of Psychedelic despair, though it all feels like one big lysergic lullaby and something that can only happen in a dream. I love the vocals, both male and female, and the overall musical feel is a unique blend of Pagan, Wryd and whatever other brand of Folk-Psych you can imagine. Ultimately Get On Jolly just sound like themselves.
Aural-Innovations, USA (
Jerry Kranitz)

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Schweiz: Auch mit seinem "Nebenprojekten" Henry My Son und zuletzt Peat Tea Fill Her Creel frönt Hari Köchli seiner Leidenschaft: der Vertonung englischsprachiger Klassiker. Nun hat er es auch wieder mit seiner "Hauptband" GET ON JOLLY getan: Auf "Why Was Cupid A Boy" präsentiert er sechs Songs mit Lyrik des grossen William Blacke: Tiefgründig, berührend und dezent arrangiert.
Underground News: ECLIPSED ROCK MAGAZIN Nr. 161 - Juni 2014 (Bernd Sievers)

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Musik für die Geduldigen
Die eine Band ist gerne wuchtig, die andere gerne sanft. Doch haben Ad’ Absurdum und Get On Jolly mehr gemeinsam, als man zuerst denken würde. Zum Beispiel einen Teil der Musiker.
Es war vor vielen Jahren, als Ad’ Absurdum am Bieler Festival spielten, im Centre CTS, auf der Nebenbühne. Eben ging ein Stück zu Ende, lange, lange hatte es gedauert, und als es schliesslich endete, der letzte leise Klang verstummt war, sagte ein Konzertbesucher:«Dieses a-Moll hat es ihnen aber ganz schön angetan.» Thomas Fivian lacht über diese Episode, und er kann sich gut an das Konzert erinnern:«Das war ein denkwürdiger Abend. Zwei Monate zuvor hatte ich einen Hörsturz und konnte bis zum Konzert nicht mehr üben.» Thomas Fivian ist eines der Gründungsmitglieder von Ad’ Absurdum, und wenn er über das neue Album der Band spricht, gebraucht er Worte wie «abwechslungsreicher, ryhthmischer, greifbarer, poppiger». Wobei er zu letzterem nachschiebt:«Für unsere Verhältnisse. Wir sind für unsere Verhältnisse poppiger geworden.» Doch was sind schon Worte.

Ein Akkordwechsel, vielleicht
Denn erdulden muss man sich die Musik von Ad’ Absurdum auch heute noch. Es ist Musik für Geduldige, belohnt wird, wer sich ihr hingeben kann, wer es versteht hinzuhören. Auf die zwei Seiten einer Vinyl-LP packt die Band sechs Stücke. Bei Ad’ Absurdum kann es sein, dass nach dreieinhalb Minuten, wenn ein handelsüblicher Popsong schon wieder zu Ende ist, der erste Akkordwechsel kommt. Vielleicht. Erdulden muss man sich insbesondere auch die Alben von Ad’ Absurdum. Das neuste heisst «Zeitverschoben», und der Titel ist schon darum treffend, weil seit dem letzten Album neun Jahre vergangen sind. «Many Stories One Take And Hail» hiess es, es datiert aus dem Jahr 2005, und es war ein kurzer, intensiver Kraftakt damals. Die Band stand vor dem Abgrund, sie wusste: Entweder nehmen wir jetzt dieses Album auf, oder wir lösen uns auf. In der Zwischenzeit sind Drama und Eruption noch in der Musik zu finden, im Bandgefüge aber dominiert Gelassenheit. Dann dauert es halt neun Jahre, bis wieder ein Album fertig ist! Dann verreist halt ein Bandmitglied für ein halbes Jahr nach Indien! Familien und Kinder benötigen auch Zeit. «Wir sind keine 20-Jährigen, die jeden Abend im Bandraum verbringen», sagt Fivian. Ad’Absurdum lassen den Dingen ihre Zeit, lassen sie reifen. Und das hört man dieser Musik an. Auch wenn sie nun zugänglicher, song-artiger klingt und bisweilen Songtitel hervorbringt wie «SunshineBaby». Doch was sind schon Worte.
Blake aus Bequemlichkeit
Worte sind für Musiker schwieriger zu finden als die Musik. Und doch, bei einem Songtitel wie «SunshineBaby», da kommt Hari Köchli ins Lachen. Da foppt er seinen Kollegen Fivian. Köchli ist der Kopf der Band Get On Jolly, und er hat für deren neues Album keinen einzigen Text geschrieben. Das Werk heisst «Why Was Cupid A Boy» und vereint sechs fein ziselierte Folksongs. Die Texte stammen von... William Blake. Der Lyriker lebte von 1757 bis 1827.
Es ist nicht das erste Mal, dass Köchli, der in verschiedenen Besetzungen mit verschiedenen Projektnamen agiert, fremde Texte vertont. Mal sind es Worte von englischen Folksongs, denen er ein neues musikalisches Haus zimmert, öfters mal sind es Lyriker aus dem englisch-amerikanischen Sprachraum, Walt Whitman zum Beispiel, jetzt eben William Blake. Warum Blake? «Aus Bequemlichkeit», sagt Köchli. Er habe durchaus auch schon selber geschrieben, «das Resultat war mittelmässig befriedigend.» Mit der Lyrik dagegen, da ist die Welt offen. Köchli verweist auf die grosse Tradition des Vertonens fremder Texte und betont:«Die Lieder werden genauso zu eigenen. Ich gewinne einen tiefen Bezug zu den Texten.» Und eben, bequem ist es: In acht Monaten hat Köchli 40 Blake-Gedichte vertont. Ad’ Absurdum hatten gar jahrelang ganz auf Texte verzichtet. Das ist zwar einerseits im Postrock, wenn man gegen den Willen der Band diese Schublade gebrauchen will, nicht unüblich, wurzelte aber auch darin, dass die Band keinen geeigneten Sänger und Texter fand und lieber etwas wegliess, als etwas Halbgares zu verewigen. Auf «Zeitverschoben»finden sich aber wieder Worte, Texte, eigens dafür geschriebene gar. Doch sie sind verfremdet, werden schwer verständlich gerufen. Sie fungieren als Klang, nicht als Gesang.
Kommt so nicht der persönliche Ausdruck nur halb zur Geltung? Fivian und Köchli verneinen. «Die Bands teilen sich durchaus mit», sagen sie, «aber eben nicht in erster Linie über den Text, sondern über die Musik, die Stimmung, die Dynamik.»

Hilfe für die Extreme
Und da hören Fivian und Köchli bei ihren Bands mehr Gemeinsamkeiten, als sie oberflächlich auszumachen sind. Ohne Geduld und Hingabe erschliesst sich der Reiz der Musik auch bei Get on Jolly nicht, und das erste Stück, «The Land of Dreams», dauert gut und gerne elf Minuten, ist damit aber eher die Ausnahme. Sind Ad’ Absurdum gerne mal sehr wuchtig, so dominiert bei Get on Jolly eher folkige Sanftheit. Doch sei das Klangbild der Bands so weit auseinander nicht, betont Köchli, sondern im Gegenteil so nah wie noch nie. Das liegt auch daran, dass mit Andreas Fivian, Jonas Zumstein und Christian Jud drei Viertel der aktuellen Ad’ Absurdum-Besetzung bei Get on Jolly mittun und dort dann die Hälfte der Formation bilden. «Ich möchte gerne die Extreme stärker ausloten», sagt Köchli, «die ‹Jungen› von Ad’ Absurdum helfen dabei.» Nicht mit Worten, sondern mit Schlagzeug, Bass, Piano, Synthesizer und Orgel.
12.06.2014 Bielertagblatt / Tobias Graden

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